Der Offizier 3/17 Wehr- und sicherheitspolitisches Bulletin Nr. 7/9/17

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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!
In demokratischen Staaten sollte das Militär in die Gesellschaft integriert sein. In Österreich ist das – nicht zuletzt wegen der Allgemeinen Wehrpflicht – auch sicher so gegeben und das ist gut so. Betrachtet man jedoch die Schmutzkübel Kampagnen, die in regelmäßigen Abständen über das Bundesheer hereinbrechen, ist es auch dem Soldaten erlaubt, diese Gesellschaft, der er dient, kritisch zu durchleuchten. Die Aggression, die aus verbalen Angriffen ideologisierter Minderheiten herausklingt, steht im klassischen Widerspruch zu den Werten, die von diesen Leuten angeblich hochgehalten werden, wie zB die friedliche Konfliktlösung. Ausgrenzung, Fake-Nachrichten und maßlos übertriebenes Aufblasen von tatsächlichen oder vermeintlichen Fehlern wird offensichtlich zum Ventil für eigene Unzulänglichkeit. Moralintriefendes Ansprucherheben auf die vermeintliche Wahrheit, bei Außerachtlassen von Fakten und Lebensweisheiten kennzeichnen derartige Attacken. Es ist auch bezeichnend, dass man von diesen Leuten in der Regel nichts hört, wenn die allgemeine Lage gerade ungemütlich ist und das Militär seinem Urauftrag nachkommt, nämlich Stabilität zu erhalten und zu sichern. Gott sei Dank lässt sich das positive Grundwesen eines Volkes davon nur bedingt beeinflussen, wenngleich man besorgt sein darf, dass die Wirkung derartiger Propaganda auch an den sogenannten Intellektuellen nicht spurlos vorübergeht. Staatsbewusstsein, Staatslehre und deren Grundpfeiler geraten dabei manchmal aus dem Blickfeld und müssen bei jenen zu Kopfschütteln führen, die ihr berufliches Leben, meist ideell motiviert, dem Staat und der Gesellschaft verschrieben haben. Meist hilft dem Soldaten dann nur, sich darauf zu besinnen, dass er für Staatsgrundrechte und Bürgerechte eintritt und dass es eben eine besonders pikante Herausforderung ist, sich auch für Redefreiheit jener Leute einzusetzen, deren gesellschaftliche Beitrag darin besteht, die Gesellschaft und ihren Frieden mit populistischer und polemischer Kritik zu stören. Für die Sicherheit verantwortlich zu sein ist größer, als die verantwortungslose Geiferei gegen die Träger der Sicherheit.
Ihr Chefredakteur
Herbert Bauer

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