„Der Offizier“ Ausgabe 1/16

Hier finden Sie die Ausgabe 1/16 von „Der Offizier“

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!
Der vorliegende „Offizier“ erreicht Sie in einer Zeit, in der sich viele Dinge tatsächlich und scheinbar ändern. Dazu zählt auch die Einstellung der Politik gegenüber der ultima ratio für die Sicherheit der Republik Österreich – dem Österreichischen Bundesheer. Pessimisten glauben zwar an den bekannten Spruch des Prinz Eugen von Savoyen, der da lautet: „Sie schreien nach uns um Hilfe, wenn ihnen das Wasser in das Maul rinnt, und wünschen uns vom Hals, kaum als einen Augenblick dasselbige verschwunden“, aber die derzeitigen Entwicklungen in der sicherheitspolitischen Lage werden wohl noch länger anhalten. Die Bestellung des neuen Verteidigungsministers gibt zur Hoffnung Anlass, wobei klar ist, dass auch durch ihn nur die Politik des Regierungschefs und des koalitionären Konsenses umgesetzt werden kann. Wenn politische Fernsehkommentatoren der Ansicht sind, dass der derzeitige Kurs nur deswegen eingeschlagen wurde, um das Politikfeld der Sicherheit nicht dem politischen Gegner zu überlassen, ist bezüglich des Ausmaßes eines Kurswechsels wohl Vorsicht geboten. Zu groß sind auch die bisherigen Versäumnisse im Bereich des Wehrbudgets, fast unüberschaubar der Ergänzungs- und Modernisierungsbedarf. Das in Aussicht gestellte Vorziehen bereits beschlossener Investitionen mag zwar hilfreich sein, kann die anstehenden Probleme jedoch nicht wirklich lösen. Besonders dramatisch erscheint auch die Erkenntnis, dass im personellen Bereich aus finanziellen Gründen zu tief eingeschnitten wurde, was sich jetzt nicht mit der gebotenen Dringlichkeit aufholen lässt. Wenn es für die, im Verhältnis zur komplexen militärischen Aufgabenstellung relativ einfachen, Aufgaben der inneren Sicherheit zu wenig Personal für Polizei und Militär gibt, dann hat der Staat und seine Politik in einer ihrer ureigensten Aufgabenstellung versagt. Schönreden alleine und kräfteraubende Kompensationen werden auf Dauer nicht ausreichen, eine wirkliche Trendwende wäre, trotz aller anderen finanziellen Belastungen, dringend erforderlich. Der vorliegende „Offizier“ beleuchtet verschiedene Aspekte dieser Problematik.
Ihr Chefredakteur
Herbert Bauer

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