Der Offizier

„Der Offizier“ Ausgabe 3/15 Wehr- und sicherheitspolitisches Bulletin Nr. 9/9/15

Hier finden Sie die Ausgabe 3/15 von „Der Offizier“

Liebe Leserin, lieber Leser!

Während Europa und Österreich wegen der Flüchtlingswelle den Atem anhalten, reduzieren wir die Streitkräfte und machen eine Zentralstellenreform. Während unsere Nachbarn wegen diverser Kriege aufrüsten, rüsten wir ab.

Irgendwie erinnert es an das Jahr 1866, wo uns Oberst dhmtD Mag. Dr. Peter Aumüller im „Truppendienst“ 3/2004 erinnert: „Während Preußen aufrüstete, rüstete Österreich unter dem Finanzminister Plener sichtbar ab. Der Budgetanteil der zivilen Ressorts stieg, dem Militär hingegen wurden permanent Kräfte und Mittel gestrichen. 93 Kavallerie-Eskadronen wurden aufgelöst, ebenso 51 Batterien der Artillerie. 1864 bestand sogar die Absicht, eine ganze Armee und ihre Kommanden aufzulösen. Im selben Jahr wurden die für November angesetzten Manöver aus finanziellen Gründen abgesetzt. Die Einsparungspolitiker hatten es u. a. darauf abgesehen, die Zwischeninstanzen – also die mittlere Führung – abzuschaffen. Bei Königgrätz waren deshalb die Stäbe überlastet, was die Erstellung und Weitergabe von Befehlen bzw. Meldungen deutlich verzögerte. Das Budgetjahr 1865/66 brachte mit einem Rückgang von 34,8 Prozent die einschneidendste Verminderung der Mittel für die Streitkräfte – und das angesichts der wachsenden Kriegsgefahr, also unmittelbar vor Königgrätz!“.

Möge uns ein ähnliches Schicksal erspart bleiben, dass wir einsparen, unmittelbar bevor wir es brauchen. Möge uns die Umsicht und Verantwortlichkeit unserer Politik bald mehr bescheren, als ein Investitionspaket, das bestenfalls das Überleben sicherstellt und nur bedingt geeignet ist, den derzeitigen und kommenden Anfordernissen an die Streitkräfte zu entsprechen. Es ist verständlich, dass eine „Plattform Wehrpflicht – Wehrhaftes Österreich“ als Dachverband der wehrpolitischen Verbände Österreichs gegründet wurde, um sich unter anderem für ein ausreichendes Budget einzusetzen, welches die beschlossene Mobilmachungsstärke von 55.000 Mann für eine ausreichende, moderne und den Erfordernissen entsprechende Ausrüstung erfordert, für welchen Einsatz auch immer.

Ihr Chefredakteur

Herbert Bauer

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