Berufsheer: Nur wenige Freiwillige in Deutschland

1800 von 498.000 angeschriebenen jungen Männern zeigten Interesse.

(Wien/maf) Im Juli startet in Deutschland die Umstellung von
der Wehrpflicht auf ein Freiwilligenheer. Doch schon jetzt zeichnet sich ab:
Das Interesse an einem Dienst in der Bundeswehr ist äußerst gering. Von 498.000
jungen Männern, die im März und April angeschrieben wurden, haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums nur 1800 ihr Interesse bekundet – das sind nicht einmal 0,4 Prozent. Auf Österreich umgerechnet wären das von den rund 30.000 Wehrpflichtigen pro Jahr nur 120. Viel zu wenig also, um ein Freiwilligenheer zu rekrutieren.

Noch gibt man sich in Deutschland gelassen. Alles halb so wild, heißt es im
Verteidigungsministerium. Die Zahlen würden zeigen, dass die Freiwilligen nicht
in Massen kämen, aber es bestehe kein Grund zur Panik. Anfang Jänner sind in
Deutschland die letzten Wehrpflichtigen zum Grundwehrdienst eingezogen worden.
Künftig benötigt man 15.000 Freiwillige jährlich.

Noch läuft eine Werbekampagne um 4,8 Millionen Euro. Und es ist auch noch nicht
klar, welche finanziellen Vergünstigungen es für künftige Freiwillige geben
wird. Und noch eine Hoffnung hat die Führung der Bundeswehr: Künftig sollen
sich verstärkt Frauen für den Dienst mit der Waffe melden.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 2. 5. 2011)

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