Offiziersnachwuchs: Blinder Gehorsam war gestern

Wiener Neustadt (OTS) – Die Abberufung des Generalstabschefs Gen.
Mag. Edmund Entacher hat auch unter den Studierenden der
Theresianischen Militärakademie für große Irritationen und
Diskussionen gesorgt.

Die Soldaten des Österreichischen Bundesheeres haben gemäß B-VG
den Auftrag, die demokratischen Freiheiten der Einwohner, darunter
auch die Meinungsfreiheit, zu verteidigen.

Unsere Aufgabe als Militärakademiker ist es, sich auch kritisch mit dem gesellschaftspolitischen Umfeld auseinander zu setzen und uns
gerade in sicherheitspolitischen Fragen einzubringen. Obwohl wir uns
als Instrument der Demokratie verstehen und das Primat der Politik
uneingeschränkt respektieren, ist es als Staatsbürger in Uniform
unser Recht, die persönliche Meinung kund zu tun. Mit der Abberufung des Generalstabschefs wurde unser Vertrauen auf dieses Recht erschüttert.

Im Rahmen unserer Ausbildung zum Offizier lernen wir für Menschen
Verantwortung zu übernehmen und eine Vertrauensbasis zu schaffen.
Denn Glaubwürdigkeit, Aufrichtigkeit und Nachvollziehbarkeit der
eigenen Entscheidungen sind das Fundament für eine positive Zusammenarbeit in jedem Unternehmen. Unserer Meinung nach ist diese Vertrauensbasis zurzeit massiv gefährdet.

 Wir haben Ideale und Vorstellungen und möchten in einem Bundesheer
dienen, in dem die Meinungsfreiheit ein integraler Bestandteil ist und in einer Gesellschaft leben, die militärische Fachkompetenz auch weiterhin erkennt und wertschätzt.

FH-Studienvertretung Theresianische Militärakademie (ÖH)
Michael Herker, Vorsitzender

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