Wehrpflicht Ja oder Nein?

Es hat in Österreich Tradition, dass staatspolitische Themen wie „Wehrpflicht Ja oder nein?“ nicht von sicherheits- oder sachpolitischen Argumenten getragen werden, sondern der Beliebigkeit der tagespolitsichen Zielsetzungen der Parteien unterliegen. In purem Populismus wird der Wähler zur Stange gelockt und ein Thema von entscheidender Bedeutung mit größter Oberflächlichkeit andiskutiert. Sagen Sie uns Ihre Meinung!

6 Gedanken zu “Wehrpflicht Ja oder Nein?

  1. Ich würde empfehlen den nächsten „Offizier“ mit „Pompes Funèbres – SPÖ“ zu covern, dann sind wenigstens beide verantwortlichen Großparteien angesprochen. Die zwei Minister Darabos und Spindelegger werden jetzt gemäß Bundeskanzler Faymann bis zum Jahresende gescheider sein, als die ganze Bundesheerreformkommission in einem Jahr. Aber sicher haben die Beiden fundierte Berater, die vom Bundesheer soviel verstehen, wie ich von der Vogelzucht, nämlich nichts. Naja und der Häupel macht Bundespolitik aus der Stadtperspektive. Es ist ein Wahnsinn, wie mit der Sicherheit der Republik umgegangen wird. Ich gratuliere der ÖOG für ihren klaren mutigen Schritt des offenen Briefes genau dann, wenn es in der Republik gährt und Dilettanten unverantwortliche Sicherheitspolitik machen.

  2. Wie viele Vierterln mögen das wohl gewesen sein, nach denen wegen „Blaugefahr“ der Wiener Bürgermeister auf einmal seine Kompetenz zu Fragen des Wehrsystems erkennt. Oder war er gar selber „blau“? „Weil Deutschland macht’s ja auch“, meint er sinngemäß. Diese Analogie kann wohl nur ein im Heurigendunst hochgekommenes Relikt aus seiner guten alten Burschenherrlichkeit sein. Oder will er gar unbewusst in die Nato? Da würde der Vergleich zwar auch hinken, aber wer weiß – alles scheint möglich?

    Unwillkürlich wird man an Joschi Krainer erinnert, der sich einst als „absoluter Landeskaiser“ ebenso in den Kompetenzen geirrt hat. Der hatte es allerdings mit einem Verteidigungsminister zu tun, der sich an sein Versprechen bei der Regierungsangelobung erinnerte, nämlich sein Handeln nicht als billiger Wahlhelfer sondern als Vollzug von Gesetzen zu verstehen. Eine Nachhilfestunde beim Oberbefehlshaber wäre wohl angesagt.

  3. Es ist unerträglich, wie sich Österreichs Politiker an die Fragen der Sicherheit des Staates annähren. Mag sein, dass einige Grundwehrdiener beim Heer nicht viel zu tun hatten, na Gott sei Dank, dass heißt es war FRIEDEN. Aber die Frage der Wehrpflicht, also der Verpflichtung für seine Heimat einzutreten, vom Wohlbefinden eines jungen Erwachsenen abhängig zu machen, der vielleicht deswegen verärgert ist, weil er konsquent mit Ordnung konfrontiert wird. das ist das erschütternde Niveau einer politischen Diskussion in Österreich. Wo sind staatstragende Politiker, die eine sichere Zukunft planen, die nicht nur aus Sozialleistungen besteht? Jeder Staat hat eine Armee, entweder die eigene oder eine fremde! man sollte eigentölich von einem Wehrrecht sprechen, dass das Volk als Souverän hat.

  4. Lieber Sniper50 ich glaube auch, dass jetzt die SPÖ an den Pranger zu stellen wäre, aber nicht der Verteidigungsminister Darabos, denn für einen Zivildiener zeigt er jetzt eigentlich ein sehr starkes Profil für das Bundesheer, indem er deutlich für die Wehrpflicht eintritt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er bei der Ausmusterung in Wr. Neustadt am Samstag schon wußte, was ihm der Häupel am Montag einbrocken wird.

  5. Die Wahlen in Wien sind geschlagen und einmal mehr ist es bewiesen, dass man mit unehrlicher Politik zum Bundesheer keine Stimmen bewegen kann. Warum versucht man es dann immer wieder? Na ja, weil die Schlagzeilen garantiert sind, aber wenn sonst nichts in der Politik drinnen ist, hilft das eben auch nichts. Bundesheer und Sicherheitspolitik sollten verfassungsmäßig aus dem Wahlkampf ausgeschlossen werden!!

  6. Die akute Situation ist erbärmlich und herbeigeführt durch Politiker, die
    Angst haben Macht zu verlieren. Eine endgültige Demaskierung, leider gibt es nur wenige Ausnahmen.
    Ein in der Privatwirtschaft gescheiteter “ Militärexperte“, der wieder zum Heer zurück will,
    weil er vom Hill gefallen und pleite ist, gibt auch noch seinen Senf dazu! Das ist ein Niveau!
    Sonst sind wir ja den üblichen Umgang mit dem Heer gewöhnt.
    Bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. DIE PRESSE, schreibt ja auch nur die 3. Garnitur
    mit Ahnungslosigkeit in den Zeitungen. Ein seriöser, tieferer Einstieg in die Grundprobleme
    „ist ja nicht notwendig“.
    Alles was die ÖOG schrieb und sagte ist ja ohnedies Ok und richtig.
    Die Statements von Präsident PAULUS sind klar und in würdiger Form.
    ÖOG intern erübrigt sich daher eine Diskussion, wir kennen uns ja aus, was geht und was nicht.
    An Diskussionen nach außen muß engagiert teilgenommen werden.
    Das Erstaunen mancher über die derzeitige Situation wundert mich sehr! Ist ja alles voraussehbar
    gewesen.
    Etwas, aber nur sehr wenig bin ich schadenfroh, denn zu der Situation haben
    ein paar Politoffiziere beigetragen, die auch aus Profilierungssucht in 2004 ein
    Berufsheer mit der BHRK vorbereiten wollten. Diese abgehobenen Träumer und Alleswisser
    killten damals schon die Miliz und meinten mit mehr Geld und mißbrauchten GWD
    ihr Süppchen kochen zu können. Besonders haben sich einige hervorgetan, die schon
    mit hohen Pensionen und nachgeworfenen roten Streifen in der Risikolosigkeit waren.
    SIE haben mitgeholfen das Heer zu ruinieren!
    Ein klares Signal: „Mischform von kleinem Berufsheer mit Miliz UND klaren Botschaften wohin das Heer
    schrumpfen muß plus einem reformierten Grundwehrdienst“ wäre notwendig gewesen.
    Alles erstickte in Sumpf des Beamtendiestrechtes und der Kasinoromantik.
    So wird aber die Totaldemontage erfolgen! Man wird sehen, was da übrig bleibt!
    Geht das Heer unter Nutzung von Synergien und koordinierter Personalpolitik
    in der bereits zahlenmäßig viel größeren Polizei auf? Das wäre eine Lösung, die den Parteien gefallen
    könnte! Besonders wenn jenen, die dann den Minister stellen.
    Jetzt kommt aber zuerst die Phase des Zerredens, in der auch die letzten motivierten Herren im Heer
    völlig verzweifeln und als letzte Stützen aufgeben werden. Zum materiellen Niedergang kommt
    dann auch der vollständige, moralische. Dann ist die gesamte Substanz des Heeres weg.
    Man muß es dann gar nicht mehr auflösen, die bis dahin transparente Staatsverschuldung tut ein Übriges.

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