Darabos: Keine Bundesheer-Soldaten 2010 in den Libanon

Österreich wird sich vorerst nicht an der UNO-Friedensmission im Libanon (UNIFIL) beteiligen. Dagegen werde das österreichische Kontingent in Bosnien-Herzegowina heuer um 150 Soldaten aufgestockt, erklärte Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) in einem Interview mit dem „Kurier“ (Montagsausgabe).

„Wir schicken in diesem Jahr keine Soldaten in den Libanon“, so Darabos. „Die Human-Ressourcen werden für den Westbalkan gebraucht, wo für uns der sicherheitspolitische Schwerpunkt liegt.“

Spindelegger für „positive Entscheidung“
Erst am Samstag hatte Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) im Ö1-Mittagsjournal seinen Wunsch nach einer österreichischen Beteiligung an der UNIFIL geäußert. Er zeigte sich optimistisch, dass es „rasch zu einer positiven Entscheidung“ in dieser Frage kommen werde.

Spindelegger betonte aber, dass die Entscheidung Sache des Verteidigungsministers sei. Dieser schloss gegenüber dem „Kurier“ nicht aus, dass sich Österreich im nächsten Jahr an einem UNO-Einsatz wie jenem im Libanon beteilige.

Die etwa 12.000 UNIFIL-Soldaten sichern die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Die Mission geht auf die Resolution 1701 des UNO-Sicherheitsrates zurück, mit der der israelisch-libanesische 34-Tage-Krieg vom Sommer 2006 beendet worden war.

ORF 11.04.10

Schreibe einen Kommentar

Powered by Martin HEINRICH