Arbeitslose sollen beim Heer aushelfen

Das Bundesheer will nun Arbeitslose für Hilfsdienste engagieren. Sie sollen künftig etwa in der Küche oder der Schreibstube arbeiten. Damit soll Grundwehrdienern mehr Zeit zur Ausbildung bleiben.

Teil der Bundesheerreform
Das Bundesheer plant mehrere Änderungen im Bereich Grundwehrdienst. Zum einen sollen angesichts steigender Untauglichenzahlen die Tauglichkeitskriterien angepasst werden. Zum anderen werde eben eine Zusammenarbeit mit dem AMS angedacht, wie der Stellvertretende Chef des Generalstabs, Othmar Commenda, am Donnerstag bestätigte.

Diese Vorschläge sind Teil eines aktuellen Evaluierungsberichts über den Stand der Bundesheerreform.

 „Junge Staatsbürger zu schade“
Bei der Zusammenarbeit mit dem AMS geht es darum, dass Soldaten immer öfter für Hilfsdienste bzw. als sogenannte Systemerhalter (Köche, Schreiber etc.) herhalten müssen. Da aber die „jungen Staatsbürger für solche Funktionen zu schade sind“, sollen sie von diesen Hilfsdiensten weggebracht werden und mehr Zeit für die Ausbildung bekommen.

Das Bundesheer überlegt, Arbeitsuchende für diese Job anzuheuern, werden Medienberichte bestätigt. Für Commenda eine „Win-Win-Situation“: Arbeitsuchende bekommen eine Chance, der Arbeitsmarkt werde entlastet, und Rekruten hätten mehr Zeit für die Ausbildung. Was für Postler und Polizei „eine super Idee ist“, soll auch für das Heer gelten.

 Suche nach dem „Superman“
Drehen will das Militär auch an der Tauglichkeitsschraube. Da in den letzen Jahren die Zahl der Untauglichen stets gestiegen ist, orten die Militärs Änderungsbedarf. Die jungen Männer seien in den letzten zehn bis 20 Jahren ungesünder, körperlich unflexibler und schwerer geworden. Das sei eine Gesellschaftsentwicklung, die man „besorgt, aber zur Kenntnis nehmen muss“, so Commenda.

Es habe sich gezeigt, dass die höchsten Tauglichkeitsstufen (acht, neun von insgesamt zehn, Anm.) heutzutage kaum noch erreicht werden. „Es scheint, als suchen wir nach dem Superman.“ Es könne nicht sein, dass nur noch eine Handvoll Österreicher volltauglich ist.

Auch weniger Zivildiener
Dabei bedeute ein Mangel an Rekruten auch für den Zivildienst weniger Kräfte, denn nur Taugliche verrichten den Dienst an der Republik. Die Kriterien sollen daher den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst werden. Die derzeitigen Richtwerte seien auch angesichts veränderter Bedrohungsszenarien nicht mehr in dieser Form notwendig.

Dass laut dem Evaluierungsbericht bisher nur rund die Hälfte der Empfehlungen der Bundesheerreformkommission umgesetzt sind, ist für Commenda kein Grund zur Sorge. Das Bundesheer sei in einem Transformationsprozess.

Veränderungen werden ständig den gegebenen Rahmenbedingungen angepasst (Stichwort: Wirtschaftskrise) und Prioritäten gesetzt. In Zweijahresschritten evaluiere das Heer immer wieder, wo es stehe. Es gebe keinen fixen 20-Jahre-Plan, das gebe es auch in keiner Firma, sondern „eine Vision“, an der man sich orientiere. Die Kernaufgaben könne das Bundesheer jederzeit erfüllen, betonte Commenda.

http://oesterreich.orf.at/stories/427032/

6 Gedanken zu “Arbeitslose sollen beim Heer aushelfen

  1. Bin schon lange für das Herabsetzen der Tauglichkeitskriterien – wenn jemand arbeitsfähig ist, sollte er eigentlich auch für den Wehrdienst geeignet sein, noch dazu, wo weit und breit kein Krieg in Sicht ist.
    Wenn allerdings die Arbeitslosen die Jobs beim Bindesheer machen sollen, für die „die junge Staatsbürger zu schade sind“, könnte man meinen, dass es Ausländer sein müssen oder alte Österreicher bei denen es wurscht ist, welchen Job sie machen – krank oder? Und beim Glück, dass das Bundesheer hat, werden diese Leute dann sicher auch aus dem Wehrbudget zu zahlen sein, womit das Geld für die angestrebte Ausbildung der Rekruten fehlen wird. Werden ja jetzt schon aus budgetären Gründen keine Übungen mehr gemacht – also wiedereinmal alles gut durchdacht – oder?

  2. na na herr meta, gehören wir auch zu den krankjammerern, die aber auch gar nichts positiv sehen können? die arbeitslosen köche werden doch sicher vor den kasernen schlange stehen und begeistert in die schlechtest bezahlte personengruppe eintreten, weil sie sonst nur so furchtbare saisonarbeitsplätze im tourismus finden

  3. also ich mache mir auch größte sorgen, dass die aufzunehmenden leute dann aus dem wehrbudget zu zahlen sind, denn das ams zahlt ja nicht alles und vorallem nicht ewig. tja und dann werden die personalkosten noch höher werden, als sie jetzt schon sind.
    wir landen immer beim gleichen problem: österreich gibt für die landesverteidigung zu wenig geld aus.
    das „gesundstrukturieren“, dass die zahlungsunwilligen politiker verlangen (wohlgemerkt immer nach eigener gehaltserhöhung) und dass die generäle mit begeisterung mittragen, wird NIE den investitionsspielraum bringen, den man braucht, um eine brauchbare landesverteidigung zu haben.

  4. ich würde zugern wissen, warum man immer über die systemerhalter jammert – das sind ja genau so soldaten, und wenn es sie nicht gibt, kann das system militär nicht erhalten werden. ich brauche eben köche, die soldaten sind, denn ein zivilsit wird nicht im in- und auslandseinsatz ausrücken oder die sogenannten schreiber, die es eh kaum mehr gibt, waren noch immer die wichtigsten sicherungsposten am gefechtsstand und den auftrag für einen systemerhaltenden wachsoldaten mit scharfer munition und der berechtigung oder verpflichtung diese egebenenfalls auch einzustzen als eine für einen jungen staatsbürger unwürdige aufgabe zu bezeichnen, kann nur einem general einfallen, der von der truppe keine ahnung hat.

  5. Ich stimme mit der Meinung des Nachdenkers voll überein.Eh kein disponierbares Geld im LV-Budget,dann sollen noch die Personalkosten durch Aufnahme von arbeitslosen Zivilisten erhöht werden.Wieso für Grundwehrdiener mehr Ausbildungszeit dadurch gewonnen werden soll,ist mir rätselhaft.Es erhöht sich höchstens die Anzahl der auszubildenden Soldaten,doch die Ausbildungszeit bleibt gleich mickrig.(6 Monate – Assistenzeinsatz-Hilfeleistungen bei Sportveranstaltungen – u.s.w.)
    Vorschlag:Es laufen ,wie Insider berichten, hunderte arbeitslose Kaderleute im Bundesheer herum und sitzen den Tag aus.EINTEILEN!

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